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├╝ber Welt-, Politik- und Wirtschaftsgeschehen

Die BILD-Zeitung macht jetzt auch Wahlkampf bei nicht-Lesern. Am Tag vor der Wahl will das neoliberale Blatt für die Unterschicht sich kostenlos an alle Menschen in Deutschland verteilen. Die Ankündigung erinnert ein bisschen an amerikanische Zustände, wo vermeintlich unabhängige Organisationen Wahlwerbespots für Präsidentschaftskandidaten im Fernsehen bezahlen. Nachdem allerdings die letzte Gratis-Bild-Aktion im Wesentlichen Werbung der Bild in eigener Sache ist, muss man – angesichts der Tatsache, dass der Termin der Tag vor der Bundestagswahl ist – von Wahlkampf sprechen. Und angesichts der politischen Ausrichtung der Bildzeitung, nahe von CDU, FDP und ggf. auch AfD, ist abzusehen, wohin die Berichterstattung tendieren wird. Trotzdem – wenn die Bild auch nur den Anschein von Objektivität in dieser Ausgabe zu wahren versucht, kann der Schuss auch nach hinten losgehen, wenn man es schafft, gerade die, die niemals FDP oder CDU wählen dürften, zum Wählen zu begeistern.

Aber unabhängig vom Ausgang der Sache, ist es doch die Intention, die zählt. Und das erinnert doch stark an Propaganda – in einer Form, wie es sie schon lange nicht mehr gegeben hat. Vielleicht sogar, wie es sie seit der Endphase der Weimarer Republik nicht gab (wobei die politische Zielrichtung der Propaganda natürlich eine andere ist).

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